Don't Knock Twice für Xbox One ist ein First-Person Virtual Reality Horror-Spiel, das seine Inspiration aus psychologisch beängstigenden Urban Legends zieht. Als erfahrener Retro-Gamer muss ich zugeben, dass das Spiel zwar versucht, den Kern klassischer Horrorerlebnisse einzufangen, jedoch nicht mit befriedigenden Schrecken und einer fesselnden Erzählung auftrumpfen kann.
Das Spiel dreht sich um eine von Schuldgefühlen geplagte Mutter, die die Wahrheit hinter einer Urban Legend aufdecken muss, um ihre entfremdete Tochter vor einer rachsüchtigen Hexe zu retten. Das Konzept der Urban Legend an sich ist faszinierend und hat das Potenzial, eine wirklich erschreckende Atmosphäre zu schaffen. Jedoch ist es bei der Umsetzung dieses Konzeptes, dass Don't Knock Twice ins Stocken gerät.
Ein Aspekt, der dem Spiel einen nostalgischen Touch verleiht, ist seine Egoperspektive, die man häufig in Retro-Horrortiteln findet. Es erinnert an die Zeiten, in denen Spieler in die Rolle angsterfüllter Protagonisten versetzt wurden und die Schrecken hautnah erlebten. Leider enden hier auch schon die Ähnlichkeiten zu klassischen Spielen.
Die Steuerung in Don't Knock Twice ist umständlich und mangelhaft fließend, wodurch sich Spieler nicht vollständig in das Spielerlebnis hineinversetzen können. Die Steuerung wirkt manchmal träge und mindert den Gesamtspaß am Spiel. Zudem sind die Schreckmomente vorhersehbar und wiederholend. Die Jump Scares, die ein Kennzeichen von Retro-Horrorspielen sind, werden zu früh angedeutet, was ihre Wirkung effektiv mindert.
Des Weiteren erfassen die Grafiken, obwohl sie vernünftig sind, nicht das gleiche Maß an Details und atmosphärischer Spannung, wie sie in klassischen Horrorspielen zu finden sind. Die Visuellen lassen den schmutzigen, verkörperten Reiz vermissen, den Retro-Enthusiasten so schätzen und scheitern letztendlich daran, die Nostalgie heraufzubeschwören, die das Spiel verspricht.
Was die Geschichte betrifft, kann Don't Knock Twice keine überzeugende Erzählung bieten, die Spieler fesselt. Während das Konzept einer von Schuld geplagten Mutter, die ihre Tochter retten muss, emotional aufgeladen ist, fehlt es an Charakterentwicklung und bedeutsamen Entscheidungen, wodurch die Geschichte oberflächlich und unausgereift wirkt.
Trotz seiner Bemühungen, ein beängstigendes Spielerlebnis zu schaffen und den Kern klassischer Horrorspiele einzufangen, enttäuscht Don't Knock Twice. Die umständliche Spielsteuerung, vorhersehbare Schreckmomente, mittelmäßige Grafiken und enttäuschende Erzählung tragen zu einem unterdurchschnittlichen Spielerlebnis bei. Als erfahrener Retro-Gaming-Journalist vergebe ich diesem Spiel eine Wertung von 3 von 10. Obwohl es möglicherweise Fans von VR-Horror ansprechen mag, die sich nach einem schnellen Schrecken sehnen, erfüllt es nicht die Standards klassischer Horrorspiele, die uns lieb und teuer sind.
































