Call of Juarez: The Cartel ist der dritte Teil der Call of Juarez-Reihe und kann leider nicht mit seinen Vorgängern mithalten. Als erfahrener Retro-Gaming-Journalist ist es offensichtlich, dass die Entwickler bei Ubisoft versucht haben, der Franchise einen frischen Twist zu verleihen, aber die Umsetzung lässt viel zu wünschen übrig. Mit einer Wertung von 2,5 von 10 ist klar, dass dieses Spiel nicht die Essenz dessen einfängt, was die früheren Titel so unvergesslich gemacht hat.
Einer der zentralen Aspekte, die Retro-Spiele besonders machen, ist die mitreißende und fesselnde Handlung. Leider kann The Cartel hier nicht überzeugen. Die Erzählung fehlt an Tiefe und schafft es nicht, dasselbe Maß an emotionaler Bindung herzustellen wie seine Vorgänger. Die Motivation der Charaktere wirkt oberflächlich und ihre Entwicklung scheint gehetzt und unvollständig. Diese verpasste Gelegenheit, fesselnde und nachvollziehbare Charaktere zu erschaffen, ist eine große Enttäuschung für Fans der Serie und Retro-Gamer gleichermaßen.
Ein weiteres wesentliches Element im Retro-Gaming sind die Gameplay-Mechaniken, die ein nostalgisches Gefühl vermitteln. Das Gameplay von The Cartel jedoch wirkt unzusammenhängend und fehlt der Geschmeidigkeit, die wir von einem Spiel dieses Genres erwarten würden. Die Steuerung kann zuweilen unhandlich und unresponsiv sein, was es schwierig macht, sich vollständig in das Erlebnis einzufühlen. Darüber hinaus tragen die repetitive Missionsstruktur und die enttäuschende KI zur allgemeinen Abwesenheit von Spannung und Genialität des Spiels bei.
Visuell gesehen weist The Cartel einen Detailreichtum und eine Aufmerksamkeit für das Design der Umgebung auf, die an klassische Spiele erinnert. Die Schauplätze, von den dreckigen Straßen von Los Angeles bis zu den erbarmungslosen Wüstenlandschaften, haben einen gewissen Charme, der den Spieler in den Bann zieht. Allerdings kann die visuelle Attraktivität allein die anderen Mängel des Spiels nicht ausgleichen.
Obwohl The Cartel versucht, einige soziale und politische Themen anzugehen, wirkt die Umsetzung halbherzig und verfehlt oft das Ziel. Es ist offensichtlich, dass Ubisoft dem Spiel eine gewisse Relevanz verleihen wollte, aber der plumpe Ansatz wirkt erzwungen und unaufrichtig. Diese mangelnde Subtilität und Raffinesse, um wichtige Themen anzusprechen, lenkt vom Gesamterlebnis ab und lässt die Spieler enttäuscht und unzufrieden zurück.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Call of Juarez: The Cartel für den PC das magische Flair seiner Vorgänger nicht einfangen kann. Die unterentwickelte Handlung, die unbeholfenen Gameplay-Mechaniken und der Mangel an echtem sozialen Kommentar machen es schwierig, dieses Spiel Retro-Gaming-Enthusiasten zu empfehlen. Obwohl es Momente gibt, die ein Gefühl von Nostalgie und Charme hervorrufen, werden sie von den zahlreichen Mängeln überschattet, die The Cartel plagen. Für diejenigen, die ein wirklich immersives Retro-Gaming-Erlebnis suchen, ist es ratsam, anderswo zu suchen.
































